Diese Frage haben wir uns auch gestellt und seither experimentieren wir mit einem Newssletter für Studenten rum. Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Recht. Einfach alles, was ein Wirtschaftsstudent an Unterlagen benötigt, wird auf der Seite bwl24.net angeboten, zum Nulltarif versteht sich. Als kleine Gegenleistung versenden wir einmal im Monat einen mittlerweile, so hoffe ich, informativen Newsletter an die Studenten.
Das war nicht immer so
Am Beginn des Newsletters für Studenten, der in etwa im Jahr 2002 mit ca. 300 Empfängern startete, setzte sich der Inhalt eigentlich nur aus Werbung zusammen. Das machte sich auch in den Klickraten und der Resonanz bemerkbar. Ein Affiliprogramm nach dem anderen wurde beworben und getestet, nix funktionierte wirklich zufriedenstellend. An die Bezahlung der verwendeten Zeit war gar nicht zu denken. Das reinste Verlustgeschäft. Wie auch, wenn man eine Zeitung bekommt, wo von vorn bis hinten nur Reklame enthalten ist, wird man schnell das Abo kündigen, so ist es auch bei einem Newsletter.
Die Zielgruppe Studenten
Es handelt sich dabei um eine, wie ich meine, recht schwierige Zielgruppe, der man nur schwer was verkaufen kann. Zumal die ständig abgebrannt sind, aber doch irgendwo ihr Geld hrbekommen und ausgeben müssen, denn schließlich erhalten die meisten BAföG oder werden von den Eltern finanziert. Treten beide Fälle nicht ein, was sehr unwahrscheinlich und selten ist, muss der Student irgendwo arbeiten gehen. Diese Umstände versuchten wir aufzugreifen und teilten die Studenten zunächst in drei Gruppen ein:
- Der sorglose BAföG-Empfänger
- Der sorgenfreie privatfinanzierte Student (sponsord by Mum and Dad)
- Die arme Sau, der ewige Jobber
Derjenige, der sich um den Lebensunterhalt keine Sorgen machen musste, den versorgen wir mit Büchern, Lehrmaterial, Weiterbildung oder Freizeitgestaltung. Allen anderen, die Kohle ranschaffen müssen, zeigen wir Sparpotenziale, Arbeitsgelegenheiten, Verdienstquellen usw. Für alle Zielgruppen gilt, sie müssen oder wollen irgendwann mal ein Praktikum machen, Diplomarbeiten, Abschlussarbeiten, Seminararbeiten oder Hausarbeiten schreiben und nach dem Studium bei einer guten, bekannten und renomierten Firma einen richtig hochbezahlten Job haben.
Was kann man in einem Newsletter an Studenten vermarkten?
So, nachdem wir die Zielgruppe etwas charakterisiert, eingegrenzt und bewertet haben, könnte man ja überlegen, mit welchem Produkten man die Leser umgarnt, um damit Geld zu verdienen. Leichter gesagt als getan. Wir haben alles ausprobiert und handelten nach dem Motto “Je mehr, desto besser.” was sich später noch als Fehler herausstellen sollte. Kreditkarten, Meinungsumfragen, Versicherungen und andere Studentenportale wurden beworben. Auch kostenlose Angebote wie Produktproben, Websites oder Probeabos von Zeitschriften für Studenten. Nicht zuletzt Fernstudium, Bücher, Girokonten, je selbst Kredite für Studenten. Wir haben alles probiert. Einen richtigen Erfolg hatten wir damit nie. Irgendwann haben wir begonnen Texte zu schreiben. Diese packten wir nun zusätzlich in den Newsletter mit rein. Viele Monate später bekamen wir heraus, das besonders das Feld des Praktikums oder allgemein der Jobangebote, Vorstellungsgespräche, Assessmentcenter usw. sehr auf die Empfänger wirkt.
Den Newsletter bei eBay anbieten und Werbeplätze verkaufen
Selbstverständlich haben wir auch versucht den Newsletter bei eBay zu vermarkten und Monatsabos dort zu verkaufen. Für anfangs 49,95 EUR bis später zu 79,95 EUR gingen die Interessenten mit. Bei mehr als 20.000 Empfängern ist das eigentlich ein Schnäppchen, denn in der Branche muss ein Werbekunde bis zu 30 EUR TKP also pro 1.000 Adressen zahlen, was bei unserem Letter dann satte 600 EUR wären.
Das klappte schon viel besser, bescherte uns aber auch eine Flut von MLM Firmen (Multilevelmarketing), Nonameprodukten und für die Studies absolut uninteressante Angebote. Auch billige Affiliateseiten wurden beworben, Fitnesspräperate, Finanzdienstleister, eben alles, was wir selber schon durchhatten und als schlecht oder inakzeptabel einstuften. Um so besser, dass man nun für die Anzeige pauschal bezahlt wurde und der Werbeerfolg mit dem verbundenen Risiko beim Kunden lag. Dachten wir uns.
Es kam wie es kommen musste, einige riefen an und beschwerten sich, dass trotz des großen Newsletters kaum oder niemand auf ihre Werbung klickte. War ja auch kein wunder, denn unsere drei Zielgruppen hatten einfach keinen Bock auf Fitnessmittelchen oder Flirtchat mit trallala. Aufgrund der eBay Vermarktung konnten wir den Käufern des Newsletters auch nicht absagen, also rein in den Letter mit 3 bis 5 Werbeblöcken waren wir jeden Monat finanziert und verdienten so nach mehr als 4 Jahren das erste mal Geld, d.h. wir nahmen pro versendeten Newsletter mehr ein als wir dafür ausgeben mussten. Die Anfangsverluste waren damit jedoch bei weitem noch nicht gedeckt. Allerdings ließ die Qualität noch weiter zu wünschen ürbig als bisher, wo wir die Werbung aussuchten.
Was kostet der Versand?
Anfangs sendeten wir per Outlook mittels blindcopy. Das ging noch ganz gut, später nutzten wir ein eigenes webbasiertes Newslettersystem, was die nun mittlerweile mehr als 1.000 Empfänger über den eigenen Server anmailte. Der Erfolg wurde nicht wesentlich gesteigert. Bis hier war der Versand gratis. Das Thema wuchs und mit jedem hinzugewonnenen Newsletterempfänger wurde die Wahrscheinlichkeit größer, dass unser Newsletter in den Spamfilter von AOL, GMX, web.de oder yahoo hängen blieb. Unser mittlerweile neues System (PHP List), was auch über unseren eigenen Server immer noch kostenlos betrieben werden konnte, wurde dann durch eine Vertragsänderung des Providers lahmgelegt, so dass ein erneuter Umzug zu newsmarketing.de stattfand. Aber auch die ließen uns im Stich und kündigten den Service. Hier bezahlten wir allerdings schon für den Versand mehrere Dutzend Euro pro Versand. Der Vorteil war allerdings, dass über einen fremden Server gesendet wurde und somit das Thema SPAM vorerst vom Tisch war. newsmarketing.de ließ sich den Spaß mit 0,002 EUR je Adresse (also 2 EUR TKP) bezahlen. Das waren überschaubare Beträge und im Branchenvergleich eher ein Schnapper. Bei ca. 25.000 Adressen kamen da gerade mal 50 EUR zusammen.
Professionelle Hilfe vom Newsletterexperten
Von dort aus ging die Reis zum Newsletterexperten Karsten Büttner weiter, was aus heutiger Sicht einer der besten Entscheidungen in unserer Karriere rund um das Thema Newslettermarketing war. Ein neues Versandsystem, was wesentlich mehr Möglichkeiten bot, als wir uns bisher zu träumen gewagt hatten. Klickraten messen, Öffnungsraten messen, Umfragen implementieren, Gutscheincodes generieren, Zielgruppen definieren, Versand in mehreren Paketen, Bouncemanagement, Abgleich mit der Robinsonliste usw. Übrigens, das die Qualität der Newsletter stetig zunimmt und auch die Dankbarkeit der Leser, somit die Sparate sinkt wird auch im Text Newsletter-Marketing – aktuelle Trends
von Alexander Müller so beschrieben. Na dann sind wir mal gespannt, ob durch unsere Recherchen, Analysen, Optimierungen und Veränderungen am Newsletter ein ähnlicher Trend verzeichnet werden kann. Freuen Sie sich schon jetzt über den nächsten Blogbeitrag, denn da gehen wir direkt in die Welt der Zahlen und informieren Sie regelmäßig über unseren Newsletter.